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Erschwerte Bedingungen durch brütende Hitze

Montag, 12. Juli 2010 13:23
Alter: 2 Monat(e)
Kategorie: Frankentornado 2010
Autor: Christian Blinzler

Die Katastrophenschutzkontingente der BRK-Bezirksverbände Unterfranken und Oberfranken veran-stalteten von Freitag 09.07.2010 bis Samstag 10.07.2010 eine groß angelegte Katastrophenschutz-übung. Unter dem Titel „Frankentornado 2010“ übten mehr als 500 Einsatzkräfte der Hilfsorganisatio-nen, der Feuerwehr und des THWs mit etwa 230 Mimen den Ernstfall. Nachdem einige Einsatzkräfte und Verletztendarsteller aufgrund der extremen Hitze am Samstag (Temperaturen von nahezu 40º C)  an die Grenze ihrer Belastungsfähigkeit gekommen sind, wurde die Übung ca. zwei Stunden nach Übungsbeginn abgebrochen. Zwei Helfer mussten zur weiteren Versorgung ambulant in die Klinik gebracht werden. Zehn weitere Ehrenamtliche wurden von den Kolleginnen und Kollegen vor Ort ver-sorgt. Alle Betroffenen konnten am Samstag mit Ihren Einsatzeinheiten wohlauf und gesund die Heimfahrt antreten. Wie Raimund Heiny, Bezirksbereitschaftsleiter des BRK-Bezirksverbandes Unter-franken betont, kann und darf es nicht sein, dass eine Übung zum Ernstfall wird, wenn dies in irgend-einer Form zu vermeiden ist. „Hier ist zum richtigen Zeitpunkt eine richtige Entscheidung mit der not-wendigen Sorgfalt getroffen worden“, so Heiny.

Uwe Kippnich – Fachbeauftragter für den Katastrophenschutz und Hauptorganisator dieser Übung: „Trotz des frühzeitigen Übungsendes zeigte die Übung sehr viele Aspekte auf, welche in Arbeitsgrup-pen ausgewertet werden und die entsprechenden Schlüsse müssen auch zukünftig umgesetzt wer-den.“ Alleine die Fachhochschule Köln konnte mehr als 1.200 Meßpunkte generieren und die Forscher des FZI, Forschungszentrum Informatik, sowie von der Uni Freiburg identifizierten viele Aspekte. Die beiden Einsatzstellen, welche wegen des Abbruchs nicht mehr beübt werden konnten, wären das Sahnehäubchen gewesen, aber über 80 Prozent des Szenarios, zu dem bereits das Sammeln der Einsatzkräfte am Vortag gehört, konnte erfolgreich geübt werden. Raimund Heiny: „In dieser Grö-ßenordnung sind Fahrzeugmärsche für die Hilfsorganisationen nichts Alltägliches und die Logistik ist eine echte Herausforderung.“

Der Ablauf der Übung, insbesondere die Beeinträchtigung durch die Extremhitze hat sehr wichtige Erkenntnisse ergeben, welche sonst erst bei einem realen Großeinsatz aufgefallen wären. „Wenn es auch das Wetter verhindert hat, dass wir alle drei Szenarien beüben konnten, war es doch eine sehr kluge Entscheidung, die Übung vorzeitig abzubrechen. Wir werden alle daraus lernen können. Es gilt vorhandene Konzepte zu überdenken und zu modifizieren. Wir können beispielsweise Zelte heizen, wie aber können wir sie auch kühlen? Eine von vielen Fragen, die uns die nächste Zeit beschäftigen werden“, so Rudi Cermak, Geschäftsführer der BRK-Bereitschaften und Katastrophenschutzbeauf-tragter des Bayerischen Roten Kreuzes. Im Herbst wird eine wissenschaftlich fundierte Auswertung und Nachbesprechung der Übung Verbesserungspotenziale aufdecken und die Hilfsorganisationen werden daraus Maßnahmen für die weitere Entwicklung des K-Schutzes ableiten.

Die Vorbereitungszeit für diese Einsatzübung nahm mehr als ein Jahr in Anspruch und war mit allen Beteiligten abgesprochen, weshalb ein Verschieben des Termins nicht möglich war. Bereits zum Brie-fing am Vorabend der Übung forderte der Bezirksgeschäftsführer des BRK-Bezirksverbandes Unter-franken Herr Reinhold Dietsch die Führungskräfte auf, die Helferinnen und Helfer ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen und ggf. rechtzeitig die Übung zu beenden. Insgesamt wurden 6.600 Liter Getränke bei dieser Katastrophenschutzübung verbraucht. Für die Realversorgung wurde an jeder Einsatzstelle ein Rettungsteam samt Rettungswagen bereitgestellt, welches umgehend eingreifen konnte, als es zu den erwähnten Ausfällen kam.

Insgesamt gesehen hat diese Übung einmal mehr gezeigt, dass die gemeinsame Arbeit aller Hilfsor-ganisationen, der Feuerwehr, des THW und auch der Polizei von einer außerordentlichen kamerad-schaftlichen Atmosphäre geprägt ist und die gemeinsame Bewältigung von Großschadenslagen funk-tionieren.

Raimund Heiny: Allen Helferinnen und Helfern, allen Verletztendarstellerinnen und –darstellern und den gastgebenden Organisationen, namentlich dem Organisator Uwe Kippnich, dem BRK-Kreisverband Rhön-Grabfeld und der Feuerwehr Bad Neustadt aber auch der Stadt Bad Neustadt für die Gastfreundschaft und Versorgung, die bei den Helfern einhellige Begeisterung gefunden hat, nochmals herzlichen Dank.

   
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